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Digitale Verwaltung Hessen 4.0

Die Strategie „Digitale Verwaltung Hessen 4.0“ (DVH 4.0) ist Teil der Gesamtstrategie „Digitales Hessen“. Sie legt erstmals den Fokus auf die Erfüllung von Nutzenversprechen. Das heißt, Verwaltung richtet sich an Kundinnen und Kunden, und die Verwaltungsdienstleistungen sollen sich reibungslos und vorausschauend in den Alltag der Menschen einfügen.

Gut aufgestellt für die Zukunft: Digitalisierung zum Nutzen der Menschen

Eine moderne, effiziente Verwaltung. Die Digitalisierung macht vieles leichter. Service hat Priorität. Das sind große Versprechen – doch was bedeuten diese konkret? Unser Ziel in Hessen ist es, diese Versprechen mit Leben zu füllen und Verwaltung wirklich am Nutzen für den Menschen auszurichten. Wichtig ist, dass alle Beteiligten auf diesen Weg mitgenommen werden und die digitale Verwaltung auch allen zugutekommt.

Digitalisierung ist dabei Herausforderung wie Lösung zugleich. Nur ein Beispiel: Der Wunsch, verstärkt mobil zu arbeiten, ist in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. Dank der schnell zur Verfügung stehenden, passenden IT-Ausstattung ist es für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der hessischen Landesverwaltung so einfach wie noch nie, ins Homeoffice zu wechseln. Etwa 50.000 mobile Endgeräte sorgen dafür, dass Verwaltungstätigkeiten nicht zwingend im Büro vor Ort erledigt werden müssen. Effektiv von zu Hause aus arbeiten ist gelebte Digitalisierung.

Anforderungen an eine moderne Verwaltung: Wir erfüllen sie

Richtig ist aber auch, dass wir noch nicht da sind, wo wir gern hinwollen. Die Verwaltung der Zukunft braucht mehr als gutes WLAN: Mit der Strategie „Digitale Verwaltung Hessen 4.0“ (DVH 4.0) wird die Verwaltungsdigitalisierung entscheidend vorangetrieben und die hessische Landesverwaltung innovativ weiterentwickelt. Die Strategie DVH 4.0 ist Teil der Strategiefortschreibung „Digitales Hessen – Wo Zukunft zuhause ist“. Darin sind die notwendigen Ziele und Handlungsansätze für einen erfolgreichen digitalen Fortschritt in Hessen bis 2030 beschrieben.

Wir haben auch erkannt, dass wir praxisnah agieren müssen und unsere Beschäftigten sehr schnell und konkret unterstützen, damit diese die ambitionierten Herausforderungen der DVH 4.0 auch in den Arbeitsalltag integrieren können. Die AG Corona Lessons Learned (CLL), in der die Auswirkungen der Pandemie auf die Arbeit in der hessischen Landesverwaltung analysiert wurden, identifizierte die dringendsten Problemstellungen, wie beispielsweise stabile und sichere Kollaborations- und Datenaustauschtools oder die verbindliche und zügige Einführung der E-Akte.

Neue Technologien und vereinfachte Abläufe schaffen attraktive Arbeitsbedingungen, um auch junge Talente für die moderne Verwaltung zu gewinnen. Und sie ermöglichen uns, die hessischen Kommunen bei der Weiterentwicklung zum digitalen Rathaus zu unterstützen.

So einfach wie Online-Bestellungen: Das Nutzenversprechen der Verwaltung

Nur eine gut ausgestattete, moderne Verwaltung kann auch die Anforderungen der Bürgerinnen und Bürger sowie von Unternehmen erfüllen: effiziente, serviceorientierte Angebote und Dienstleistungen.

Daher soll die Inanspruchnahme von Verwaltungsleistungen ähnlich einfach sein wie Online-Bestellungen, bequem vom Sofa aus, auch am Abend oder am Wochenende. Und das bedeutet: Bürgerinnen und Bürger werden zu Kundinnen und Kunden. Das Nutzenversprechen wird zum Grundsatz.

Digitale Verwaltungsdienstleistungen sollen sich nahtlos und vorausschauend in den Alltag der Menschen integrieren. Dies betrifft vor allem die Antragsverwaltung, die zeitgemäß, einfach und nachvollziehbar gestaltet wird. Eine Verwaltung auf Augenhöhe mit den Kundinnen und Kunden ist das, was wir mit der DVH 4.0 erreichen wollen.

Welche Erleichterung solch eine digitale Lösung bringt, wird am Beispiel des Führerscheinantrags online sichtbar, der in den hessischen Städten und Landkreisen schon eingeführt wurde beziehungsweise demnächst eingeführt wird. Vom biometrischen Lichtbild per Selfie, Unterschrift und bezahlen geht alles digital – man spart Zeit und Kosten. Übrigens ist der Online-Antrag für den Führerschein „Made in Hessen“ und wird als „einer für alle“-Leistung auch von anderen Bundesländern genutzt.

Ambitioniert und innovativ: Die Zukunftsagenda für die Verwaltung

Die DVH 4.0 wirft einen ehrgeizigen Blick in die Zukunft der hessischen Verwaltung. Unter anderem wurden die Anforderungen an die Verwaltung neu überdacht und die Komplexität des Verwaltungshandelns transparent gemacht. Die für die Verwaltung wichtigen Inhalte bleiben bestehen. Hier gibt es keine zu erwartenden Änderungen am gesetzlichen Auftrag.

Nicht alles wird in kurzer Zeit und ohne Wachstumsschmerzen umgesetzt werden können, wichtig ist aber, die Herausforderungen der Digitalisierung anzunehmen, offen für Neues zu sein und das Potential zu heben, das in dieser spannenden Zukunft steckt. Durch die Umsetzung der DVH 4.0 soll die Agilität der Verwaltung gesteigert und ihre Wahrnehmung in der Öffentlichkeit als innovativer, zuverlässiger Partner für die Bürgerinnen und Bürger forciert werden.

Mit der DVH 4.0 haben wir uns eine ambitionierte Zukunftsagenda für die Verwaltung im Land Hessen gegeben, in der auch einige für die Verwaltung neue Ansätze verfolgt werden. Denn bisher war es in der Verwaltung nicht üblich, Nutzenversprechen in den Mittelpunkt einer Strategie zu stellen.
Patrick Burghardt Staatssekretär

Kernprinzipien DVH 4.0

Die moderne, bürgernahe, serviceorientierte und effiziente Verwaltung Soll durch einfache, transparente und durchdachte Prozesse funktionieren, die von wesentlichen Prinzipien begleitet werden:

Bürgerinnen und Bürger stoßen ihre gewünschte Dienstleistung an einem Ort digital an, zum Beispiel mit einem Online-Antrag – und das reicht völlig aus. Danach kümmert sich die Verwaltung und schließt den Vorgang ab.

Hier übernimmt die Verwaltung von Anfang an, ohne dass die Bürgerinnen und Bürger sich selbst melden müssen. Dies bietet sich gerade bei klar definierten Prozessen wie zum Beispiel der Geburt eines Kindes an, wenn die Anträge für Geburtsurkunde und Kindergeld allein durch die Geburtsmeldung des Krankenhauses oder des Arztes erfolgen, ohne weiteres Zutun der Eltern.

Dieses wichtige, zentrale Element ist Voraussetzung vieler digitaler Abläufe in der Verwaltung. Grundidee ist, dass Bürgerinnen und Bürger den Behörden bestimmte Informationen nur noch einmal mitteilen müssen. Ein datensicherer Austausch von Informationen zwischen den Behörden sorgt dafür, dass sich der Verwaltungsaufwand für alle Beteiligten deutlich verringert, wenn die Informationen erneut benötigt werden, mit Einverständnis der Antragstellenden selbstverständlich. Gleichzeitig verbessert sich auch die Qualität der zur Verfügung stehenden Daten.

Die konsequente Anwendung aller drei Prinzipien sowie der Einsatz von Open Data ermöglichen künftig den Einsatz von hybrider Verwaltung, der Kombination von Verwaltungsdienstleistungen mit Serviceprodukten von Unternehmen. Selbstverständlich wird es auch weiterhin die Möglichkeit der traditionellen Amtswege geben. Zudem wird die DVH 4.0 kontinuierlich weiterentwickelt, um der hohen Innovation und Geschwindigkeit bei der Digitalisierung gerecht zu werden.

Zum Hintergrund der Digitalstrategie: Teil eines großen Ganzen

Die Gesamtstrategie Digitales Hessen beschreibt Visionen, Ziele und zentrale Maßnahmen für die digitale Zukunft der Menschen in unserem Land. Die Teilstrategie „Digitale Verwaltung Hessen 4.0“ (DVH 4.0) greift hieraus den Aspekt Verwaltungsdigitalisierung auf und führt ihn als eigenständigen Baustein weiter aus.

Auf den bisher gesammelten Erfahrungen aufbauend, wird die DVH 4.0 nun stetig fortgeschrieben. Dies eröffnet den Weg, die Vision, Zielsetzungen und Maßnahmen in kürzeren Abständen zu validieren und agil auf veränderte Anforderungen zu reagieren.

Die DVH gibt ein Bekenntnis, die Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen als Kundinnen und Kunden der Verwaltung und Adressaten der Digitalisierungsprozesse in den Mittelpunkt zu stellen. Die Nutzenversprechen sind aus deren Interessen und Bedürfnissen abgeleitet und dienen der Verwaltung zur Ausrichtung ihres Handelns. Sie sind damit der Wegweiser zur erfolgreichen Verwaltungsdigitalisierung.

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