Der stetig steigende mobile Datenverkehr macht eine leistungsfähige, flächendeckende und zuverlässige Mobilfunkversorgung heute unverzichtbar. In Hessen hat der Ausbau in den vergangenen Jahren deutlich an Fahrt aufgenommen: Moderne LTE- und 5G-Netze wurden kontinuierlich erweitert und verbessern bereits vielerorts die Versorgung spürbar. Gleichzeitig bleibt der weitere Ausbau eine anspruchsvolle Aufgabe. Die vielfältige Topographie Hessens – von Ballungsräumen bis hin zu anspruchsvollen ländlichen und waldreichen Regionen – stellt besondere Anforderungen an Planung und Umsetzung. Daher sind auch künftig erhebliche Anstrengungen notwendig, um bestehende Versorgungslücken zu schließen und die Netzqualität weiter zu erhöhen. Ziel ist es, bis 2030 überall dort, wo Menschen leben, arbeiten, unterwegs sind oder sich erholen, eine möglichst durchgängige mobile Datenversorgung zu erreichen. Dabei gilt weiterhin der Grundsatz des marktgetriebenen Ausbaus, der durch geeignete Rahmenbedingungen unterstützt und, wo erforderlich, gezielt ergänzt wird.
Aufbauend auf den Erfolgen des ersten Mobilfunkpaktes aus dem Jahr 2018 und des Zukunftspakt Mobilfunk für Hessen aus dem Jahr 2022 wurde im März 2026 die neue Mobilfunkallianz mit den vier Mobilfunknetzbetreibern Deutsche Telekom, Telefónica, Vodafone und 1&1 unterzeichnet: Bis Ende 2029 sollen unter anderem rund 4.000 zusätzliche Mobilfunkstandorte neu errichtet oder bestehende Anlagen modernisiert werden. Die Mobilfunkallianz ist gleichzeitig der Startschuss für den Masterplan Mobilfunk 2030, der drei zentrale Bereiche umfasst:
- Stärkung des marktwirtschaftlichen Ausbaus
- Weitere Modernisierung von Planungs- und Genehmigungsverfahren
- Schließung der schwer erschließbaren Gebiete mit Satellitenkonnektivität sowie Sicherung der digitalen Souveränität durch die Investition in 6G-Forschung
Als Teil der hessischen Gigabitstrategie hat der Masterplan Mobilfunk 2030 das konkrete Ziel, bis 2030 in Hessen 99,5 Prozent der Fläche von allen Mobilfunknetzbetreibern gleichzeitig mit 4G und/oder 5G zu versorgen. Vergangene und zukünftige Maßnahmen werden zusammengeführt: Der eigenwirtschaftliche Ausbau wird weiterhin konsequent gestärkt, beispielsweise durch eine enge Vernetzung mit den ausbauenden Unternehmen. Darüber hinaus hat Hessen gemeinsam mit den Mobilfunknetzbetreibern ein Pilotprojekt Strom gestartet, welches die Beschleunigungspotenziale in der Zusammenarbeit zwischen Mobilfunknetzbetreibern und Energieversorgern im Fokus hat. Der Masterplan Mobilfunk 2030 sieht vor, den Rechtsrahmen aktiv zu nutzen und zu gestalten und so den Bürokratieabbau voranzutreiben. So gab es bereits mehrere Anpassungen der Hessischen Bauordnung, die den Mobilfunkausbau erleichtern. Darüber hinaus wird die Versorgung entlang wichtiger Verkehrsachsen gezielt verbessert und unterstützt. Dort, wo keine Mobilfunkstandorte und kein Strom verfügbar sind, können zukünftig Satelliten eine Notrufversorgung bereitstellen, Ziel der Netzbetreiber ist es in diesen Regionen auch eine gewisse Datenverfügbarkeit zu ermöglichen.
Mobilfunkförderprogramm
Zusätzlich zum marktgetriebenen Ausbau investiert Hessen Landesmittel im Rahmen des Mobilfunkförderprogramms zur Neuerrichtung von Mobilfunkstandorten. Davon werden in erster Linie Menschen im ländlichen Raum profitieren. Um letzte vorhandene Funklöcher in Hessen zu schließen, möchten wir Landkreise und Kommunen motivieren, eine Förderung zu beantragen. Dies kann nur gemeinsam erfolgreich umgesetzt werden. Denn wie so oft geht es auch beim Mobilfunkausbau nur gemeinsam mit den Menschen vor Ort. Oft scheitern Ausbauvorhaben nicht am politischen oder unternehmerischen Willen, sondern daran, dass vor Ort beispielsweise kein passendes Grundstück gefunden wird. Um hier anzusetzen, hat Hessen 2024 das Standorterfassungstool ins Leben gerufen. Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen Kommunen und Landkreise können dort ganz einfach eigene Grundstücke als potenzielle Mobilfunkstandorte anbieten.
Mehr Informationen finden Sie auf dem Mobilfunkportal des Landes HessenÖffnet sich in einem neuen Fenster.