Durch die Installation von Sensoren unter anderem zur Bewässerung öffentlicher Grünflächen, der Optimierung im Straßen- und Verkehrsmanagement und einer bedarfsgerechten Straßenbeleuchtung sowie der Einrichtung einer Datenplattform will Bad Wildungen künftig in der Lage sein, datengetriebene Entscheidungen zu treffen und Ressourcen gezielter einzusetzen. Möglich wird das Projekt „Bad Wildungen – natürlich smart und gesund“ durch die Förderung smarter Kommunen und Regionen im Programm „Starke Heimat Hessen“. Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus hat den Bescheid über rund 367.000 Euro heute während ihrer Sommerreise an Ersten Stadtrat Hartmut Otto überreicht.
„Smarte Technologien helfen Kommunen dabei, ihre Aufgaben effizienter, nachhaltiger und bürgernäher zu erfüllen. Bad Wildungen zeigt mit diesem Projekt, wie digitale Daten ganz konkret dazu beitragen können, die Wettbewerbsfähigkeit von morgen zu stärken und attraktive Lebensbedingungen in der Gesundheitsstadt zu erreichen. Der Aufbau einer digitalen, datenbasierten Infrastruktur schafft die Möglichkeit, datengetriebene Entscheidungen zu treffen, Ressourcen gezielter einzusetzen und kommunale Dienstleistungen nachhaltig zu verbessern“, sagte die Ministerin.
Entscheidungen werden transparenter und nachvollziehbarer
Aktuell bestehen in Bad Wildungen erhebliche Informationsdefizite hinsichtlich des tatsächlichen Ressourcenverbrauchs, der Auslastung von Infrastrukturen oder der aktuellen Umweltbedingungen. Daten liegen oftmals nicht digitalisiert, dezentral oder in unterschiedlichen Formaten, also ohne Standards, vor. Dieses erschwert eine vernetzte Steuerung und Analyse städtischer Prozesse. Darüber hinaus basieren viele Entscheidungen und Handlungen noch auf Erfahrungswerten statt auf Echtzeitdaten. Dies führt zu ineffizientem Ressourceneinsatz – beispielsweise in der Bewässerung öffentlicher Grünflächen. Gleichzeitig steigen der gesellschaftliche und politische Druck, Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Bürgerbeteiligung zu erhöhen. Mit der Einrichtung eines LoRaWAN-Netzes zur einfachen Datenübertragung und einer Datenplattform will Bad Wildungen nun strukturierte und digitale Daten erhalten. Der Fokus soll zunächst auf der Innenstadt liegen, ein Ausbau auf die Stadtteile sei möglich und wünschenswert, heißt es im Projektantrag.
Zum einen sollen Sensoren zur Messung der Bodenfeuchte installiert werden, deren Daten mit aktuellen Wetterdaten sowie einer Vorhersage kombiniert werden. Dadurch ist eine bedarfsgerechte Bewässerung von Bäumen und Flächen möglich, wodurch die Pflanzen profitieren, aber auch der Einsatz des Personals im Bauhof optimiert werden kann. Außerdem soll in dem Projekt eine sensorgesteuerte und bedarfsorientierte Straßenbeleuchtung aufgebaut werden, die zur Energieeinsparung als auch zur Erhöhung der Sicherheit für Bürgerinnen und Bürger beiträgt. Dritter Baustein im Projekt ist ein intelligentes Straßenmanagement. Mit Hilfe von sensorbasierter Datenerfassung und intelligenter Analyseverfahren sollen Straßeninstandhaltungen rechtzeitig und effizient durchgeführt werden, Verkehrsflüsse optimaler gesteuert und Sicherheitsrisiken rechtzeitig erkannt werden. Ebenso soll die Straßenbeleuchtung bedarfsgerechter erfolgen. Dazu sollen in einem Neubaugebiet LED-Lampen mit Sensoren installiert werden. Alle Daten sollen auf einer Webseite sowie in einer App abrufbar sein, so dass auch die Bürgerinnen und Bürger auf aktuelle Informationen zugreifen können.
Erster Stadtrat Hartmut Otto: „Das Projekt ist ein Gewinn für Klima, Sicherheit und Komfort in unserer Gesundheitsstadt: Moderne Sensoren und die Datenplattform ergänzen unsere Erfahrungen aus der Praxis für ein genaueres und aktuelles Bild des Handlungsbedarfs im Stadtgebiet. Diese Daten machen Entscheidungen von Verwaltung und Politik transparenter und nachvollziehbarer und helfen uns, unsere Mittel dort einzusetzen, wo es für die Bürgerinnen und Bürger den größten Unterschied im Alltag macht.“
Hintergrund Förderprogramm „Starke Heimat Hessen“
Mit dem Programm „Starke Heimat Hessen“ werden die Kommunen bei wichtigen Zukunftsprojekten unterstützt. Über die Förderung smarter Kommunen und Regionen im Programm „Starke Heimat Hessen“ stellt das Land seit 2021 rund 15,5 Millionen Euro jährlich für kommunale Digitalisierungsvorhaben bereit. Bisher wurden beziehungsweise werden 149 Vorhaben mit einer Gesamtfördersumme von rund 110 Millionen Euro bewilligt. Seit 2025 ergänzt eine neue Förderlinie das Programm: Sie unterstützt die Nachnutzung erprobter, datenplattformbasierter Lösungen. Seit 2026 können Kommunen im neuen Förderprogramm „kommunal.digital.hessen“ eine Förderung von Basistechnologien zur Verwaltungsdigitalisierung aus Mitteln des Programms „Starke Heimat Hessen“ beantragen.
Um die Kommunen zu unterstützen, Austausch und Vernetzung zu ermöglichen, hat die Hessische Landesregierung im Frühjahr 2020 die Geschäftsstelle Smarte Regionen im Haus der Digitalministerin eingerichtet. Durch die Formate des Wissenstransfers der Geschäftsstelle Smarte Region, etwa durch die Best-Practice-Datenbank oder Erfahrungskreise, profitieren auch nicht geförderte Kommunen von der Förderung.