Digitale Souveränität ist eine zentrale Voraussetzung für Deutschlands und Europas Wettbewerbs- und Handlungsfähigkeit im 21. Jahrhundert. Sie entscheidet maßgeblich darüber, wo künftig Wertschöpfung entsteht und wer technologische Entwicklungen aktiv gestalten kann.
Digitale Souveränität bedeutet auch die Fähigkeit von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft, digitale Schlüsseltechnologien und kritische Infrastrukturen selbst zu entwickeln und zu nutzen. Ziel ist die Sicherung technologischer Handlungsfähigkeit und die Schaffung eigener strategischer Optionen. Jüngste Entwicklungen, bei denen Deutschland und Europa sich vielfach am kürzeren Hebel wiederfinden, unterstreichen die Dringlichkeit.
Die Stärken sind da – jetzt müssen sie gebündelt werden
Deutschland und Europa verfügen über hervorragende Voraussetzungen, um diese Entwicklung aktiv mitzugestalten: eine starke industrielle Basis, exzellente Forschungseinrichtungen, hochqualifizierte Fachkräfte, Finanzkraft und einen großen Binnenmarkt. Hinzu kommen neben kultureller Vielfalt, die Europa stark und besonders macht, unterschiedliche Stärken und Spezialisierungen, ein breites Spektrum technologischer Kompetenzen, die sich zu einem einzigartigen Technologieökosystem verbinden lassen.
Wenn es gelingt, mit wettbewerbsfähigen europäisch-nativen Produkten Marktanteile zu gewinnen, liegen darin enorme Wachstumsmöglichkeiten. Wenn Europa seine industriellen Stärken, seine Forschungsexzellenz und seinen Binnenmarkt gezielt bündelt, können daraus global führende Technologieanbieter und Infrastrukturen entstehen. In dieser Hinsicht essenziell: ein einheitlicher Digitalbinnenmarkt und der Abbau nationaler Regulierungsfragmentierung.