Hessisches Ministerium für Digitalisierung und Innovation

Ausbau des Glasfasernetzes für Landkreis Gießen

Auch vom dritten Förderaufruf im Bundesprogramm „Gigabitförderung 2.0“ profitieren zahlreiche Kommunen in Hessen – darunter der Landkreis Gießen. Das Land Hessen unterstützt den weiteren Glasfaserausbau vor Ort mit 26,8 Millionen Euro. Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus hat den Förderbescheid heute während ihrer Sommerreise an Landrätin Anita Schneider überreicht. Durch die Förderung werden fast 9.000 private Haushalte und Gewerbeadressen mit zukunftsfähiger Glasfaser versorgt werden. Die Übergabe fand bei der Firma Ebersohn Metallbau in Hungen statt, die ebenfalls von dem Ausbau profitiert.

„Hessen treibt den Glasfaserausbau konsequent voran. Denn eine leistungsfähige digitale Infrastruktur ist die Grundlage für gleichwertige Lebensverhältnisse sowie für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Städte und Gemeinden. Mit der Förderung schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass auch dort, wo ein eigenwirtschaftlicher Ausbau nicht wirtschaftlich ist, Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen Zugang zu Glasfaseranschlüssen erhalten. Dass Hessen inzwischen zu den führenden Flächenländern bei der digitalen Infrastruktur zählt, bestätigt unseren erfolgreichen Kurs“, sagte Digitalministerin Sinemus.

Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 67 Millionen Euro. Der Bund übernimmt davon 33,5 Millionen Euro, das Land Hessen 26,8 Millionen Euro, die Kommune trägt die verbleibenden rund 6,7 Millionen Euro.

Fokus auf Gebiete mit unterversorgten Adressen

„Im Landkreis Gießen werden in allen 18 Kommunen vor allem Haushalte in ländlichen Gebieten mit Glasfaser versorgt, für deren Ausbau kein Angebot eines Telekommunikationsunternehmens vorlag. Meist sind Unternehmen eher in dicht besiedelten Gebieten an einem eigenwirtschaftlichen Ausbau interessiert“, erklärte Landrätin Anita Schneider. „Zum Abschluss dieser geförderten Ausbaustufe sollen flächendeckend gigabitfähige Internetverbindungen zur Verfügung stehen.“ Glasfaser bis ins Haus und leistungsfähige Datenverbindungen seien unverzichtbar für den Einsatz digitaler Technologien in allen Alltagsbereichen, sagte Schneider: „Sie sind Teil einer zukunftsfähigen Infrastruktur.“ 

Seit 2011 arbeiten Städte, Gemeinden und der Landkreis gemeinsam im Zusammenschluss der Breitband Gießen GmbH am Ziel des flächendeckenden „schnellen Internets“. Die ersten Ausbauschritte – damals noch das Verlegen von Glasfaser bis zum Verteilerkasten – initiierten Kreis und Kommunen noch selbst, bevor 2015 der von Bund und Land geförderte Ausbau der sogenannten letzten Meile bis ins Haus begann.

Im Fokus der aktuellen Förderung stehen insbesondere Gebiete mit einem hohen Anteil unterversorgter Adressen, in denen ein eigenwirtschaftlicher Ausbau durch Telekommunikationsunternehmen nicht wirtschaftlich ist. Mit diesem Aufruf sollen hessenweit rund 20.000 Glasfaseranschlüsse entstehen. Der Bund stellt hierfür rund 90 Millionen Euro bereit, das Land Hessen kofinanziert den Ausbau mit rund 72 Millionen Euro.

Aktuell können mehr als 47 Prozent der hessischen Haushalte auf einen Glasfaseranschluss bis in Gebäude und Wohnungen zurückgreifen. Bei der Glasfaserversorgung der Gewerbegebiete liegt Hessen auf Platz 2 unter den Flächenländern. Dass Hessen beim Ausbau der digitalen Infrastruktur gut vorankommt, belegt auch der Länderindex des Digitalverbands Bitkom. In der Kategorie digitale Infrastruktur verbessert sich Hessen deutlich von Platz 8 im Jahr 2024 auf Platz 2 und erreicht damit die Spitzenposition unter den Flächenländern. 

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