Digitale Verwaltung Hessen 4.0

Verwaltungsleistungen sollen so einfach wie Online-Bestellungen werden

Modern, bürgernah, serviceorientiert und effizient. So soll die Verwaltung der Zukunft aussehen. Mit der Strategie „Digitale Verwaltung Hessen 4.0“ (DVH 4.0) wird die Verwaltungsdigitalisierung entscheidend vorangetrieben und die hessische Landesverwaltung innovativ weiterentwickelt. Die Strategie DVH 4.0 ist Teil der Strategiefortschreibung „Digitales Hessen – Wo Zukunft zuhause ist“. Darin sind die notwendigen Ziele und Handlungsansätze für einen erfolgreichen digitalen Fortschritt in Hessen bis 2030 beschrieben.

Verwaltungsleistungen so einfach wie Online-Bestellungen

Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen erwarten von der Verwaltung digitale Geschäftsprozesse mit zeitgemäßen und effizienten Abläufen. Daher soll die Inanspruchnahme von Verwaltungsleistungen ähnlich einfach sein wie Online-Bestellungen. Zudem wollen wir auch den Beschäftigten mittels neuer Technologien und vereinfachter Abläufe attraktive Arbeitsbedingungen bieten und die Kommunen bei der Weiterentwicklung zum digitalen Rathaus unterstützen.

Zukunftsagenda für die Verwaltung

Die DVH 4.0 ist eine ambitionierte Zukunftsagenda für die hessische Verwaltung. Unter anderem wurden die Anforderungen an die Verwaltung neu überdacht und die Komplexität des Verwaltungshandelns transparent gemacht. Die für die Verwaltung wichtigen Inhalte bleiben bestehen. Hier gibt es keine zu erwartenden Änderungen am gesetzlichen Auftrag. Es soll jedoch die Agilität der Verwaltung gesteigert werden und ihre Wahrnehmung in der Öffentlichkeit als innovativer, zuverlässiger Partner für die Bürgerinnen und Bürger gestaltet werden.

Kernprinzipien

Einfache, transparente und durchdachte Prozesse, die von wesentlichen Prinzipien begleitet werden:

Im One-Stop-Shop-Verfahren können Kundinnen und Kunden der Verwaltung mit nur einer digitalen Sitzung eine gewünschte Dienstleistung anstoßen und kundenseitig auch gleichzeitig abschließen. Es verbleibt dann für sie nichts weiter zu tun, bis der verwaltungsinterne Prozess beendet ist.

Nach einer einmaligen Anmeldung und dem Absenden eines elektronischen Formulars könnte zum Beispiel der Prozess einer Adressänderung oder einfachen Firmengründung selbständig bis zur Fertigstellung innerhalb der Verwaltung ablaufen.

Im No-Stop-Shop-Verfahren werden Verwaltungsdienstleistungen sogar von der Behörde ausgeführt, ohne dass Kundinnen und Kunden daran denken müssen, den behördlichen Prozess zu starten. Gerade in Situationen wie der Geburt eines Kindes sind diese Prozesse klar definiert und könnten bereits durch die Geburtsmeldung des Krankenhauses im Hintergrund in Gang gesetzt und ausgeführt werden.

Die Beantragung der Geburtsurkunde und des Kindergeldes könnten so z. B. von der Verwaltung ohne weiteres Zutun der Eltern durchgeführt werden.

Um diese Elemente einer modernen und digitalen Verwaltung effizient umsetzen zu können, ist die Realisierung des Once-Only-Prinzips ein zentrales Element der Digitalen Verwaltung.

Die Grundidee ist, dass Kundinnen und Kunden den Behörden bestimmte Informationen nur noch einmal mitteilen müssen. Dazu muss einerseits der datensichere Austausch von Informationen zwischen den Behörden sichergestellt werden. Andererseits kann die Verwaltung als autorisierte Maklerin von Daten agieren: Wird für eine künftige Interaktion dieselbe Information erneut benötigt, so liegt diese dann bereits vor und kann – immer das Einverständnis der Antragstellenden vorausgesetzt – wiederverwendet werden. Dadurch entfällt vor allem bei Erfassung und Bereitstellung von Daten aufwendige Doppelarbeit, sodass sich der Verwaltungsaufwand für alle Beteiligten deutlich verringert. Gleichzeitig verbessert sich auch die Qualität der zur Verfügung stehenden Daten.

Die konsequente Anwendung aller drei Prinzipien sowie der Einsatz von Open Data ermöglichen künftig den Einsatz von hybrider Verwaltung. Selbstverständlich wird es auch weiterhin die Möglichkeit der traditionellen Amtswege geben. Zudem wird die DVH 4.0 kontinuierlich weiterentwickelt, um der hohen Innovation und Geschwindigkeit bei der Digitalisierung gerecht zu werden.

Hintergrund

Die Gesamtstrategie Digitales HessenÖffnet sich in einem neuen Fenster beschreibt Visionen, Ziele und zentrale Maßnahmen für die digitale Zukunft der Menschen in unserem Land. Die Teilstrategie Digitale Verwaltung Hessen (DVH) greift hieraus den Aspekt Verwaltungsdigitalisierung auf und führt ihn als eigenständigen Baustein weiter aus.

Im Jahr 2015 wurde erstmals die DVH unter dem Titel Digitale Verwaltung Hessen 2020 vorgestellt. Um eine kontinuierliche Weiterentwicklung zu ermöglichen, wird die DVH nun ohne Nennung einer Jahreszahl fortgeschrieben. Dies eröffnet den Weg, die Vision, Zielsetzungen und Maßnahmen in kürzeren Abständen zu validieren und agil auf veränderte Anforderungen zu reagieren.

Die DVH richtet sich erstmals konsequent an der Erfüllung von Nutzenversprechen für ihre Kundinnen und Kunden aus. Die Nutzenversprechen sind aus deren Interessen und Bedürfnissen abgeleitet und dienen der Verwaltung zur Ausrichtung ihres Handelns. Sie sind damit der Wegweiser zur erfolgreichen Verwaltungsdigitalisierung. Die DVH gibt ein Bekenntnis, die Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen als Kundinnen und Kunden der Verwaltung und Adressaten der Digitalisierungsprozesse in den Mittelpunkt zu stellen.

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