Wiesbaden. Dr. Sigrun Comati hat heute für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten. Die Rüsselsheimerin engagiert sich vielfach für die deutsch-bulgarischen Beziehungen. Staatssekretär Stefan Sauer überreichte die Auszeichnung in der Hessischen Staatskanzlei in Wiesbaden.
„Dr. Sigrun Comati steht seit Jahrzehnten in herausragender Weise für gelebte Völkerverständigung. Mit großer Leidenschaft, fachlicher Tiefe und persönlichem Engagement baut sie Brücken zwischen Deutschland und Bulgarien – in Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft. Ihr Wirken zeigt eindrucksvoll, wie viel eine Einzelne für den Dialog zwischen Ländern leisten kann. Für dieses außergewöhnliche ehrenamtliche Engagement gebührt ihr unser tief empfundener Dank und höchste Anerkennung“, sagte Staatssekretär Sauer.
Brückenbauer zwischen Bulgarien und Deutschland
Das Engagement von Dr. Comati ist eng mit ihrem Studium der Bulgarischen Philologie und Pädagogik verbunden. So erfährt die 70-Jährige große Anerkennung als Brückenbauerin der wissenschaftlichen philologischen Verbindungen in der Bulgaristik zwischen Bulgarien und Deutschland. Sie setzt sich mit sichtbarem Erfolg für die wechselseitigen deutsch-bulgarischen Beziehungen im kulturellen und wissenschaftlichen Bereich ein. Ihr Augenmerk liegt besonders auf der Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung der sprachwissenschaftlichen Verbindungen zwischen Bulgarien und Deutschland. So wirkt die zweifache Mutter regelmäßig an Fachtagungen in Deutschland, Österreich, Bulgarien und Rumänien mittels Vorträgen und Diskussionsbeiträgen aktiv mit. Sie pflegt Kontakte zu den bulgarischen diplomatischen Vertretungen in Deutschland, bulgarischen Schulen im Rhein-Main-Gebiet, bulgarischen Vereinen und Gesellschaften sowie Studentenvereinigungen von studierenden Bulgarinnen und Bulgaren an hiesigen Universitäten.
Zudem ist Dr. Comati als allgemein ermächtigte Übersetzerin der bulgarischen Sprache für Gerichte und Notare des Landes Hessen zugelassen und tritt seit 1989 als Dolmetscherin bei Gericht und Behörden sowie bei Verhandlungen in Wirtschaft, Politik und Wissenschaft auf. Über die bulgarische Sprache und deutsch-bulgarische Beziehungen gab die Rüsselsheimerin eine Vielzahl an Büchern und Schriften unter anderem der „Bulgarischen Bibliothek“, des „Bulgarica“ und des „Bulgarien-Jahrbuchs“ heraus. Darüber hinaus war die Geehrte mehrere Jahre Vizepräsidentin der „Deutsch-Bulgarischen Gesellschaft zur Förderung der Beziehungen zwischen Deutschland und Bulgarien e. V.“, ehe sie im Jahr 2018 zur Präsidentin der Gesellschaft gewählt wurde. Im Weiteren ist sie Kuratoriumsmitglied des Deutsch-Bulgarischen Forums e. V. sowie Mitglied der Südosteuropagesellschaft e. V. Zudem setzt sie sich bei zahlreichen deutsch-bulgarischen gesellschaftlichen und sozialen Projekten persönlich ein, unter anderem bei Hilfslieferungen für bulgarische Krankenhäuser.