Hessisches Ministerium für Digitalisierung und Innovation

Land stärkt sicheren Umgang mit sensiblen Daten

Immer mehr wichtige Daten entstehen zum Beispiel im Gesundheitswesen, in der Pflege oder bei der öffentlichen Versorgung. Diese Daten können helfen, die medizinische Versorgung zu verbessern, besser zu planen und neue Lösungen zu entwickeln. Gleichzeitig müssen sie besonders gut geschützt werden.

Deshalb soll am Kompetenzzentrum für Telemedizin und E-Health (KTE) eine Datentreuhand- und Datentransstelle aufgebaut werden. Sie soll dafür sorgen, dass sensible Daten sicher, verantwortungsvoll und nach klaren Regeln genutzt werden können. Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus hat heute den Förderbescheid des Landes Hessen über 850.000 Euro an Prof. Dr. Dirk Metzger, Vizepräsident der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM), an welcher das KTE angesiedelt ist, überreicht.

Neutrale Dateninstanz soll für sicheren Austausch sorgen

„Mit der Einrichtung einer Datentreuhand- und Datentransferstelle wird die strategische Bedeutung der Digitalisierung in Medizin, Pflege und öffentlicher Daseinsvorsorge unterstrichen. Mit der Neuausrichtung des KTE als vertrauenswürdiger, neutraler Dateninstanz wird ein weiteres Vorhaben der Hessischen Landesregierung zielgerichtet angegangen. Mit dem Projekt kann Hessen zudem Blaupause für den Aufbau vergleichbarer Treuhandstrukturen in anderen Regionen und Fachkontexten sein“, sagte Digitalministerin Sinemus.

Viele Einrichtungen wie Krankenhäuser, Pflegeheime oder Behörden erhalten Anfragen, ihre Daten für Forschung oder Planung bereitzustellen. Oft fehlt ihnen aber die Zeit oder das Personal, um diese Anfragen zu bearbeiten. Hier unterstützt die neue Datentreuhandstelle, die auf bereits etablierte Strukturen des KTE zurückgreift: Sie prüft, ob die Nutzung der Daten erlaubt ist, sorgt für einen sicheren Austausch und stellt klare und transparente Abläufe sicher. Dabei gelten hohe Sicherheits- und Datenschutzstandards. Das KTE selbst stellt den strukturellen und technischen Rahmen, trifft jedoch keine Entscheidungen über Datennutzungen, zudem verbleibt die Datenhoheit bei den datenhaltenden Organisationen.

In der Anfangsphase soll die Datentreuhand- und Datentransferstelle exemplarisch erprobt werden. Unter anderem soll es eine enge Zusammenarbeit mit dem Datenintegrationszentrum Gießen, betrieben durch das Universitätsklinikum Gießen und Marburg sowie der Justus-Liebig-Universität Gießen, geben, da es durch seine Medizininformatik-Initiative schon über fundierte Erfahrung in der Verarbeitung medizinischer Routine- und Forschungsdaten verfügt. Ebenso soll es eine Zusammenarbeit mit dem Hessischen Landesamt für Gesundheit und Pflege geben, um berechtigte Auswertungsanfragen über institutionelle und sektorale Grenzen hinweg rechtssicher zu ermöglichen, beispielsweise durch den Zugriff auf aggregierte Daten aus Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und kommunalen Gesundheitsämtern.

Gesundheitsdaten landesweit sicher nutzen

Die Förderung des Digitalministeriums erfolgt für drei Jahre. Ab 2029 soll die Datentreuhand- und Datentransferstelle landesweit interessierten öffentlichen Einrichtungen, Forschungseinrichtungen, kommunalen Trägern sowie Partnern aus der öffentlichen Infrastruktur gegen eine kostendeckende Gebühr zur Verfügung stehen.

„Mit der Einrichtung der Datentreuhand- und Datentransferstelle an der THM schaffen wir die Voraussetzungen, sensible Gesundheitsdaten sicher zu nutzen und gleichzeitig neue Forschung und Versorgungslösungen zu ermöglichen. Die Digitalisierung kann einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, die aktuellen Herausforderungen im Gesundheitswesen zu bewältigen. Entscheidend ist, dass alle Akteure gemeinsam an Lösungen arbeiten. Digitale Anwendungen müssen dabei einfach, niedrigschwellig und leicht verständlich sein, damit sie Akzeptanz finden und ihren Nutzen entfalten können“, so Gesundheitsministerin Diana Stolz.

THM-Präsident Prof. Dr. Matthias Willems: „Mit dem Aufbau einer Datentreuhand- und Datentransferstelle schaffen wir an der THM eine verlässliche und sichere Infrastruktur für den verantwortungsvollen Umgang mit sensiblen Gesundheitsdaten. So ermöglichen wir es, Daten im Sinne der medizinischen Forschung und Versorgung zu nutzen, ohne dass datenhaltende Einrichtungen ihre Hoheit aufgeben. Damit leisten wir einen Beitrag, um Forschung, Versorgung und Daseinsvorsorge in Hessen zukunftsfähig weiterzuentwickeln.“