Hessisches Ministerium für Digitalisierung und Innovation

Fernwald, Grünberg und Licht optimieren smart den Energieverbrauch

Land fördert Digitalprojekt mit rund 718.000 Euro. Sensoren sollen Energie-, Strom- und Wärmeverbrauch erfassen.

Wie viel Strom, Wärme und Wasser verbrauchen kommunale Gebäude – und wo lässt sich Energie sparen? Fernwald, Grünberg und Lich wollen diese Fragen künftig mit Hilfe digitaler Technik genauer beantworten. Die drei Kommunen bauen gemeinsam ein System auf, das Verbrauchsdaten automatisch erfasst und auswertet. Das Hessische Digitalministerium fördert das Projekt „Smartes Energiemonitoring in Gebäuden“ mit rund 718.000 Euro aus dem Programm „Starke Heimat Hessen“. Staatssekretär Dr. Nicolas Sölter hat den Förderbescheid heute in Fernwald an die Bürgermeister der drei Kommunen Manuel Rosenke, Marcel Schlosser und Dr. Julien Neubert übergeben.

„Wer Energie sparen will, muss zuerst wissen, wo und wann sie verbraucht wird. Genau dabei hilft digitale Technik. Sensoren liefern aktuelle Daten, Künstliche Intelligenz kann daraus Muster erkennen und die Gebäudetechnik künftig gezielter steuern. So können Kommunen Kosten senken, Energie sparen und gleichzeitig ihre Gebäude besser betreiben“, sagte der Staatssekretär. Dafür wollen Fernwald, Grünberg und Lich ihre kommunalen Gebäude mit Sensoren ausstatten. Sie sollen unter anderem erfassen, wie viel Strom, Wärme und Wasser verbraucht wird. Die Daten laufen anschließend auf einer gemeinsamen digitalen Plattform zusammen und können dort ausgewertet werden.

Innovative Technologien praxisnah einsetzen

Langfristig soll das System noch einen Schritt weitergehen. Heizungen, Lüftung oder Beleuchtung könnten künftig automatisch danach gesteuert werden, wann und wie ein Gebäude tatsächlich genutzt wird. Künstliche Intelligenz soll dabei helfen, den Bedarf zu erkennen. Räume müssten dann beispielsweise nicht genauso stark beheizt werden, wenn sie gerade leer stehen. Damit die Sensoren ihre Daten übertragen können, bauen die drei Kommunen gemeinsam ein eigenes Funknetz auf. Es funktioniert über große Entfernungen und benötigt nur wenig Energie. Dadurch können auch batteriebetriebene Sensoren über lange Zeit eingesetzt werden. Das Projekt beschränkt sich aber nicht auf das Energiemanagement. Die gemeinsame Datenplattform soll später auch Informationen über Straßen, Gebäude, Grünflächen, Sport- und Spielplätze sowie Rad- und Wanderwege bündeln. Auch Wetter- und Klimadaten können eingebunden werden. Perspektivisch sollen zudem Vereine, Unternehmen, Gastronomiebetriebe oder medizinische Einrichtungen Informationen über die Plattform bereitstellen können. „Besonders sinnvoll ist, dass Fernwald, Grünberg und Lich dieses Projekt gemeinsam angehen. Digitalisierung muss nicht an Gemeindegrenzen Halt machen. Wenn Kommunen Technik, Daten und Erfahrungen teilen, können sie Lösungen schneller umsetzen und effizienter nutzen“, so Sölter.

Die drei Kommunen greifen dabei auf Erfahrungen aus anderen Regionen Hessens zurück. Vorbilder sind Projekte in Waldsolms sowie in der Region Schwalm-Eder-West. Dort werden bereits Funknetze und Sensoren genutzt, um Daten zu sammeln und den Energieverbrauch kommunaler Gebäude besser zu steuern. Fernwald, Grünberg und Lich übernehmen bewährte Teile dieser Lösungen und entwickeln sie für ihre eigenen Anforderungen weiter.

Fernwalds Bürgermeister Manuel Rosenke sagte stellvertretend für die drei Kommunen: „Mit diesem Projekt schaffen wir die Grundlage, unsere kommunalen Gebäude künftig deutlich effizienter und nachhaltiger zu betreiben. Durch die intelligente Erfassung und Auswertung von Energie- und Verbrauchsdaten erhalten wir erstmals ein umfassendes und belastbares Bild über die tatsächliche Nutzung unserer Liegenschaften. Das ermöglicht es uns, Energieverbräuche gezielt zu reduzieren, Kosten einzusparen und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Besonders freut mich, dass Fernwald, Grünberg und Lich dieses Vorhaben gemeinsam umsetzen. Die interkommunale Zusammenarbeit stärkt unsere Region und zeigt, dass Digitalisierung dort besonders erfolgreich ist, wo Kommunen ihre Kräfte bündeln, voneinander lernen und gemeinsame Lösungen entwickeln. Die Förderung des Landes Hessen gibt uns die Möglichkeit, innovative Technologien praxisnah einzusetzen und unsere Kommunen zukunftsfähig aufzustellen.“

Hintergrund Förderprogramm „Starke Heimat Hessen“

Mit dem Programm „Starke Heimat Hessen“ werden die Kommunen bei wichtigen Zukunftsprojekten unterstützt. Über die Förderung smarter Kommunen und Regionen im Programm „Starke Heimat Hessen“ stellt das Land seit 2021 rund 15,5 Millionen Euro jährlich für kommunale Digitalisierungsvorhaben bereit. Bisher wurden beziehungsweise werden 149 Vorhaben mit einer Gesamtfördersumme von rund 110 Millionen Euro bewilligt. Seit 2025 ergänzt eine neue Förderlinie das Programm: Sie unterstützt die Nachnutzung erprobter, datenplattformbasierter Lösungen. Seit 2026 können Kommunen im neuen Förderprogramm „kommunal.digital.hessen“ eine Förderung von Basistechnologien zur Verwaltungsdigitalisierung aus Mitteln des Programms „Starke Heimat Hessen“ beantragen.

Um die Kommunen zu unterstützen, Austausch und Vernetzung zu ermöglichen, hat die Hessische Landesregierung im Frühjahr 2020 die Geschäftsstelle Smarte Regionen im Haus der Digitalministerin eingerichtet. Durch die Formate des Wissenstransfers der Geschäftsstelle Smarte Region, etwa durch die Best-Practice-Datenbank oder Erfahrungskreise, profitieren auch nicht geförderte Kommunen von der Förderung.