Menschen schauen in die Kamera

Hessisches Ministerium für Digitalisierung und Innovation

Digitalministerin zeichnet Bad Soden als neuen Di@-Lotsen-Stützpunkt aus

Ehrenamtliche unterstützen Ältere beim Umgang mit digitaler Technik. Dazu Sinemus: „Digitale Teilhabe darf keine Frage des Alters sein.“

Ob der Umgang mit Handy oder Tablet oder die Nutzung einer Bank-App oder das Buchen von Konzertkarten. Im Alltag sind überall digitale Geräte und Tools zu finden. Nicht allen fällt der Umgang damit leicht. Mit dem Projekt „Digital im Alter – Di@-Lotsen“ will die hessische Landesregierung niedrigschwellig und wohnortnah Unterstützungsangebote bieten. Seit Juli gibt es auch einen Di@-Lotsen-Stützpunkt in Bad Soden am Taunus. Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus hat heute während ihrer Sommerreise die Stützpunkt-Urkunde an Bürgermeister Dr. Frank Blasch überreicht und sich mit den Ehrenamtlichen und interessierten Bürgerinnen und Bürgern beim ersten Beratungstermin in Neuenhain ausgetauscht.

„Digitale Teilhabe darf keine Frage des Alters sein. Mit den Di@-Lotsinnen und Di@-Lotsen schaffen wir wohnortnahe, persönliche Unterstützungsangebote, die Menschen ganz konkret im Alltag helfen. Gleichzeitig stärken wir das Miteinander der Generationen, denn hier geben engagierte Ehrenamtliche ihr Wissen weiter und schaffen Vertrauen in die digitale Welt. Ich freue mich, dass Bad Soden dieses erfolgreiche Netzwerk mit einem eigenen Stützpunkt bereichert und damit noch mehr Menschen den Zugang zu den Chancen der Digitalisierung eröffnet“, sagte Digitalministerin Sinemus.

An den sogenannten Di@-Lotsen-Stützpunkten vermitteln Ehrenamtliche zumeist älteren Mitmenschen Basis- und Technikkompetenzen im Umgang mit digitalen Endgeräten und informieren über Möglichkeiten digitaler Teilhabe. Die Ehrenamtlichen erhalten dazu vorab Schulungen. Die Stützpunkte dienen als Verankerung der Di@-Lotsinnen und -Lotsen vor Ort. Sie machen das Angebot bekannt, geben mobile Technik (vor allem Tablets) an sie heraus und koordinieren Angebot und Nachfrage wohnortnah. In Bad Soden am Taunus übernimmt die Stadt die Trägerschaft und stellt mit WLAN-ausgestattete Räume bereit. Es sollen in allen Stadtteilen regelmäßige offene Sprechstunden angeboten werden. Die Seniorinnen und Senioren können ihre eigenen Geräte mitbringen, um konkrete Hilfestellungen geben zu können. Die bereits 15 gewonnenen ehrenamtlichen Di@-Lotsen zwischen 30 und 70 Jahren bringen teils mehr als zehn Jahre Erfahrung in der Unterstützung älterer Menschen mit – zum Beispiel aus Bürgerhilfe und Sicherheitsberatung für Seniorinnen und Senioren. Als versierte digitale Anwenderinnen und Anwender vermitteln sie nicht nur die Bedienung, sondern auch sicherheitsrelevante Themen wie Betrugsprävention, sichere Messenger-Nutzung und Datenschutz. Die Stadt kooperiert für das Di@-Lotsen-Projekt mit der Bürgerhilfe Bad Soden, den Sicherheitsberaterinnen und -beratern für Senioren Bad Soden, der Taunusresidenzen am Eichwald GmbH, der Stadtbücherei sowie der Seniorenberatungsstelle Vortaunus.

„Immer mehr Informationen fließen digital, immer mehr Angebote und Dienstleistungen können online genutzt werden. Das Angebot der Di@-Lotsen sorgt dafür, dass niemand abgehängt wird“, lobte Bürgermeister Dr. Frank Blasch die Initiative.

DI@-Lotsen helfen direkt im Alltag

Das Projekt „Digital im Alter – Di@-Lotsen“ wurde von 2021 bis 2025 unter der Federführung der Hessischen Staatskanzlei gemeinsam mit dem Hessischen Ministerium für Digitalisierung und Innovation sowie dem Hessischen Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege und der Landesstiftung „Miteinander in Hessen“ umgesetzt. Seit 2026 besteht eine neue Projektstruktur: Unter der Federführung des Hessischen Digitalministeriums sowie des Hessischen Ministeriums für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege ist die Landesstiftung „Miteinander in Hessen“ als zentrale Koordinierungsstelle für die operative Umsetzung des Projektes zuständig.

Insgesamt engagieren sich in Hessen inzwischen mehr als 680 Di@-Lotsinnen und Di@-Lotsen an 80 Stützpunkten, verteilt auf alle hessischen Landkreise und kreisfreien Städten. Koordiniert wird ihre Arbeit in sogenannten Di@-Lotsen-Stützpunkten. Dazu zählen beispielsweise Kommunen, Vereine, Kirchen oder Mehrgenerationenhäuser. Jeder neue Stützpunkt erhält eine Förderung in Höhe von bis zu 1.500 Euro für grundlegende Technik für die Angebote der Di@-Lotsinnen und Lotsen. Die niederschwelligen Schulungen digital-affiner Interessierter zu Di@-Lotsinnen und Lotsen sowie Aufbauschulungen erfolgt durch die Medienanstalt Hessen und das Büro für Medienbildung. Die Landesstiftung „Miteinander in Hessen“ berät, unterstützt und begleitet die Stützpunkte um Synergien zu schaffen, Ideen weiterzuentwickeln und eine nachhaltige Struktur für das Projekt aufzubauen.

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