Digitalministerin Kristina Sinemus überreicht den Bescheid an Landrat Bernd Woide, links MdL Thomas Hering

Hessische Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung

Fast 90 Millionen Euro für Beseitigung „Grauer Flecken“

Wiesbaden. Mehr als 96 Prozent der Haushalte und knapp 90 Prozent der Gewerbegebiete im Landkreis Fulda können bereits mit mindestens 100 Mbit/s im Internet surfen. Aber am flächendeckenden Glasfaserausbau führt kein Weg vorbei, um Hessen aufgrund des steigenden Datenkonsums zukunftssicher aufzustellen. Hessens Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus hat dazu heute dem Landrat des Landkreises Fulda, Bernd Woide, einen Letter of Intent des Landes aus dem Bundesprogramm für sogenannte „Graue Flecken“ überreicht. Der Bund übernimmt bis zu 49 Millionen Euro, das Land Hessen rund 40 Millionen Euro der zuwendungsfähigen Ausgaben. Damit werden bis zu 14.500 Haushalte sowie vorwiegend 2.200 Gewerbebetriebe an das schnellste Netz angebunden. Die Übergabe fand anlässlich der Fachmesse „Fiberdays“ in Wiesbaden statt. „Glasfaser ist die einzige Technologie, die den steigenden Bandbreitenbedarf auch mittel- bis langfristig abdecken und Hessens wirtschaftliche und gesellschaftliche Zukunft sichern wird. Daher ist es richtig, dass der Landkreis sich diesem Mammutprojekt stellt, flächendeckend Haushalte und Gewerbebetriebe an das superschnelle Netz anzubinden. Wir als Land Hessen unterstützen dieses unermüdliche Engagement sehr gerne“, sagte Hessens Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus.

180 Millionen Euro allein für drei Landkreise in Hessen

Fulda ist damit der dritte Landkreis in Hessen, der eine Förderung aus diesem Programm erhalten wird.  Der Main-Kinzig-Kreis war der erste Landkreis in Hessen, der gefördert wurde. Das dortige rund 200 Millionen Euro umfassende Projekt wird zunächst vom Bund mit bis zu 100 Millionen Euro und vom Land Hessen mit bis zu 80 Millionen Euro gefördert. Für den Ausbau des Glasfasernetzes in Marburg-Biedenkopf stellt der Bund 77 Millionen Euro und das Land Hessen rund 62 Millionen Euro bereit. Damit stellt das Land Hessen allein für den Glasfaserausbau in diesen drei Landkreisen über 180 Millionen Euro zur Verfügung.

„Diese Förderzusagen von Bund und Land bringen uns unserem Ziel, Glasfaser bis in jedes Haus und jedes Unternehmen zu bringen, wieder ein Stück näher. Wir wollen nicht nur schnelles, sondern super schnelles Internet für das gesamte Kreisgebiet, um die Region und vor allem den ländlichen Raum zukunftsfähig zu machen und die wirtschaftliche Entwicklung weiter zu fördern. Ein solches Vorhaben ist jedoch ohne Fördermittel nicht möglich. Wir sind dem Bund und dem Land deshalb sehr dankbar für ihre Unterstützung“, sagt Fuldas Landrat Bernd Woide.

Das Land Hessen hat schon mehrfach Vorhaben zur Breitbandversorgung im Landkreis Fulda gefördert. Unter anderem zur Anbindung von Schulen und Gewerbegebieten, die auch schon vor Neuregelung der Förderung mit Glasfaseranschlüssen versorgt werden konnten. Der Landkreis Fulda hat auch bereits alle 65 Schulen in Trägerschaft des Kreises an das Glasfasernetz angeschlossen. Das Land Hessen hat sich 2018 mit der Gigabitstrategie für Hessen das Ziel gesetzt, bis 2030 flächendeckend Glasfaseranschlüsse zur Verfügung zu stellen.

Zum Hintergrund

Seit Frühjahr 2021 können Kommunen beim Bund einen Antrag auf Förderung des Glasfaserausbaus in so genannten „Grauen Flecken“ stellen. Das sind Gebiete mit einer Internetversorgung von weniger als 100 Mbit/s. Bislang waren nur sogenannte „Weiße Flecken“ förderfähig, also Gebiete, in denen die Versorgung unter 30 Mbit/s lag. Ausgenommen von dieser Aufgreifschwelle waren Anschlüsse für sozioökonomische Schwerpunkte wie zum Beispiel für Schulen, Krankenhäuser, kleine und mittlere Unternehmen sowie Gewerbegebiete. Eine Förderung darf generell nur dann vorgenommen werden, wenn durch privatwirtschaftliche Unternehmen kein Ausbau erfolgt. Der Bund trägt in diesen Fällen etwa 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben, die Bundesländer etwa 40 Prozent.

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