KI

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Hessische Entwicklungsprojekte im Bereich der Künstlichen Intelligenz

Künstliche Intelligenz (KI)

Künstliche Intelligenz (KI) wird heute häufig in „schwache“ KI und „starke“ KI unterteilt. Die „starke“ KI geht davon aus, dass KI-Systeme die gleichen intellektuellen Fertigkeiten wie der Mensch haben oder ihn darin sogar übertreffen können. Die „schwache“ KI fokussiert auf die Lösung konkreter Anwendungsprobleme auf Basis der Methoden aus der Mathematik und Informatik. Eine Besonderheit ist, dass die entwickelten Systeme zur Selbstoptimierung fähig sind. Um dies zu erreichen, werden auch Aspekte menschlicher Intelligenz berücksichtigt. Praxis, Forschung und Gesellschaft beziehen sich vor allem auf Ansätze der „schwachen“ KI, die bereits heute unseren Alltag beeinflusst.

Beispielsweise verfügen Smartphones über Sprachassistenten. Textvorschläge erleichtern das Schreiben von Nachrichten und KI-basierte Routenvorschläge führen uns schneller ans Ziel. KI erleichtert unseren Alltag, bietet aber noch weitere Lösungen: KI analysiert Umweltdaten, die dem besseren Schutz des Klimas dienen. Auch kann sie medizinische Daten für die Behandlung schwerer Krankheiten auswerten sowie Verkehrsflüsse steuern, um Staus zu vermeiden und damit den CO2-Ausstoß zu verringern.

Lebendiges und innovatives „KI-Ökosystem“

In Hessen existiert ein lebendiges und innovatives „KI-Ökosystem“. Das sind zum Beispiel kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Start-ups, die hessenweit KI-basierte Lösungen entwickeln. Auch die hessischen Hochschulen forschen und entwickeln zum Thema KI. Die TU Darmstadt beispielsweise ist eine der europaweit führenden Universitäten in diesem Bereich. „KI made in Hessen“ trägt dazu bei, Hessens Innovationsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit weiter zu stärken.

Das Thema KI ist im Koalitionsvertrag für die 20. Legislaturperiode verankert. Die Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten zu KI sollen in Hessen gestärkt und ein Diskurs über die Herausforderungen von KI geführt werden. KI betrifft verschiedene Bereiche – von der Wissenschaft über die Wirtschaft bis hin zu Umwelt und Landwirtschaft. Prof. Dr. Kristina Sinemus, Hessische Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung, koordiniert KI-Aktivitäten der hessischen Landesregierung und betreut wichtige hessische KI-Vorhaben, etwa die Entwicklung der neuen Hessischen KI-Agenda. Verankert sind diese Aufgaben in einem eigenen Referat, dem Referat Digitalisierung und Künstliche Intelligenz in Wirtschaft, Forschung und Gesellschaft. Das Referat begleitet gemeinsam mit dem federführenden Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und dem Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen den Aufbau des neuen Hessischen Zentrums für Künstliche Intelligenz (hessian.ai). Auch das Zentrum verantwortungsbewusste Digitalisierung (ZEVEDI), der Rat für Digitalethik sowie Veranstaltungen zu KI und ihren ethischen Herausforderungen verantwortet das Referat.

Konkrete Projekte und Potenziale

Aktuell entsteht eine hessische KI-Agenda. Die Agenda definiert Handlungsfelder und stellt hessische KI-Maßnahmen vor, wovon mehrere bereits umgesetzt wurden oder sich aktuell in der Umsetzung befinden:

  • Das Hessische Zentrum für Künstliche Intelligenz (hessian.ai) bündelt unter Beteiligung von 13 hessischen Hochschulen exzellente Forschung, Anwendungsorientierung und Transfer. Das ist bundesweit einzigartig. Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst, die Hessische Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung und das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen arbeiten in dessen Aufbau eng zusammen.
  • Das Zentrum verantwortungsbewusste Digitalisierung (ZEVEDI) befasst sich mit ethischen und rechtlichen Fragen der Digitalisierung und KI. Ein Beispiel: Das Pilotprojekt RoboTrust behandelt das verantwortungsbewusste Design von Servicerobotern. Am Pilotprojekt sind sechs Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus drei Hochschulen aus den Disziplinen Recht, Ökonomie und Informatik beteiligt.
  • Der Rat für Digitalethik setzt sich mit den aktuellen Digitalisierungsprojekten des Landes Hessen sowie kritischen und sensiblen Aspekten von Digitalisierung und KI auseinander. Im Mittelpunkt stehen die Auswirkungen von neuen Technologien und Anwendungen auf den Menschen.
  • Das Förderprogramm Distr@l bietet kleinen und mittleren Unternehmen sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen mit seinen 4 Förderlinien in den Bereichen digitaler Innovationen sowie Forschung und Entwicklung ein bedarfsgerechtes Förderprogramm zur Digitalisierung. Mit einem Volumen von 40 Millionen Euro ist es das größte Programm im Bereich der Digitalisierung in der Geschichte Hessens. Aufgestockt werden diese Mittel nochmals mit dem Sondervermögen „Hessens gute Zukunft sichern“. Aus Distr@l werden z.B. die Projekte „Walkerchair“ (TU Darmstadt) und „LAMA“ (Universität Kassel) gefördert. Walkerchair ist eine KI-basierte Mobilitätshilfe für Rollstuhlfahrende, die es erstmals ermöglichen soll, nahezu alle Barrieren des Alltags selbständig und sicher zu überwinden. „LAMA“ soll als KI-gestütztes Lebensassistenz-System ein souveränes Leben im Alter ermöglichen.

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