KI made in Hessen

KI ist eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts. Sowohl die Erforschung und Entwicklung KI-basierter Technologien und Innovationen als auch ihr Transfer in die Praxis und in erfolgreiche Geschäftsmodelle wollen wir mit der Digitalstrategie voranbringen. Gegenwärtig entsteht eine KI-Agenda, um die KI-Aktivitäten in Hessen zusammenzuführen und strategisch auszurichten.

Künstliche Intelligenz (KI) wird heute häufig in „schwache“ und „starke“ KI unterteilt. Die „starke“ KI geht davon aus, dass KI-Systeme die gleichen intellektuellen Fertigkeiten wie der Mensch haben oder ihn darin sogar übertreffen können. Die „schwache“ KI fokussiert auf die Lösung konkreter Anwendungsprobleme auf Basis der Methoden aus der Mathematik und Informatik. Eine Besonderheit ist, dass die entwickelten Systeme zur Selbstoptimierung fähig sind. Um dies zu erreichen, werden auch Aspekte menschlicher Intelligenz berücksichtigt. Praxis, Forschung und Gesellschaft beziehen sich vor allem auf Ansätze der „schwachen“ KI, die bereits heute unseren Alltag beeinflussen.

Beispielsweise verfügen Smartphones über Sprachassistenten. Textvorschläge erleichtern das Schreiben von Nachrichten und KI-basierte Routenvorschläge führen uns schneller ans Ziel. KI erleichtert unseren Alltag, bietet aber noch weitere Lösungen: KI analysiert Umweltdaten, sie kann medizinische Daten auswerten, Verkehrsflüsse steuern und vieles mehr.

Lebendiges und innovatives „KI-Ökosystem“

In Hessen existiert ein lebendiges und innovatives „KI-Ökosystem“. Das sind zum Beispiel kleine und mittlere Unternehmen sowie Start-ups, die hessenweit KI-basierte Lösungen entwickeln. Auch die hessischen Hochschulen forschen und entwickeln zum Thema KI. Die TU Darmstadt beispielsweise ist eine der europaweit führenden Universitäten in diesem Bereich. „KI made in Hessen“ trägt dazu bei, Hessens Innovationsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit weiter zu stärken.

KI betrifft verschiedene Bereiche – von der Wissenschaft über die Wirtschaft bis hin zu Umwelt und Landwirtschaft. Die Digitalministerin koordiniert die KI-Aktivitäten der hessischen Landesregierung und betreut wichtige hessische KI-Vorhaben, etwa die Entwicklung der neuen Hessischen KI-Agenda. Verankert sind diese Aufgaben im Referat Digitalisierung und Künstliche Intelligenz in Wirtschaft, Forschung und Gesellschaft. Das Referat begleitet gemeinsam mit dem federführenden Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und dem Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen den Aufbau des neuen Hessischen Zentrums für Künstliche Intelligenz (hessian.ai). Auch das Zentrum verantwortungsbewusste Digitalisierung (ZEVEDI), der Rat für Digitalethik sowie Veranstaltungen zu KI und ihren ethischen Herausforderungen verantwortet das Referat.

Konkrete Projekte und Potenziale

Aktuell entsteht eine hessische KI-Agenda. Die Agenda definiert Handlungsfelder und stellt hessische KI-Maßnahmen vor, wovon mehrere bereits umgesetzt wurden oder sich aktuell in der Umsetzung befinden.

Projekte und Potentiale

Das Hessische Zentrum für Künstliche Intelligenz bündelt unter Beteiligung von 13 hessischen Hochschulen exzellente Forschung, Anwendungsorientierung und Transfer. Das ist bundesweit einzigartig. Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst, die Hessische Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung und das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen arbeiten in dessen Aufbau eng zusammen.

Das Zentrum verantwortungsbewusste Digitalisierung befasst sich mit ethischen und rechtlichen Fragen der Digitalisierung und KI. Ein Beispiel: Das Pilotprojekt RoboTrust behandelt das verantwortungsbewusste Design von Servicerobotern. Am Pilotprojekt sind sechs Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus drei Hochschulen aus den Disziplinen Recht, Ökonomie und Informatik beteiligt.

Der Rat für Digitalethik setzt sich mit den aktuellen Digitalisierungsprojekten des Landes Hessen sowie kritischen und sensiblen Aspekten von Digitalisierung und KI auseinander. Im Mittelpunkt stehen die Auswirkungen von neuen Technologien und Anwendungen auf den Menschen.

Das Förderprogramm Distr@l stellt mit seinen vier Förderlinien ein Fördersystem dar, das zielgruppenorientiert auf die Herausforderungen der digitalen Transformation in Wirtschaft und Gesellschaft reagiert und sich komplementär in die Förderlandschaft des Landes einfügt. Dieses breit angelegte Förderangebot mit Fokus auf digitale Innovationen im Bereich Forschung & Entwicklung ermöglicht es, neue Lösungen und Projektideen im Kontext digitaler Technologien zu gestalten und umzusetzen. Aufgrund der besonderen Dynamik der Digitalisierung und insbesondere in der Corona-Pandemie birgt dies ein unschätzbares Potenzial für die Zukunft.